Sensoria Art Edition
Kunst als Resonanzraum
Im Sensoria verstehen wir Kunst nicht als Dekoration, sondern als lebendige Präsenz.
Sie schafft Resonanz, eröffnet neue Perspektiven und lädt zum Dialog ein. Eingebettet in die architektonische Klarheit des Hauses und die Stille der Dolomiten vereint die Sensoria Art Edition zeitgenössische künstlerische Positionen, die sich mit Raum, Material und Wahrnehmung auseinandersetzen.
Sie ist keine statische Sammlung, sondern ein fortlaufender Prozess:geprägt von Begegnungen, Intuition und einem feinen Gespür für Atmosphäre, Menschen und Ort.
are the ones
you don’t plan — but feel.
Art Dinner
Kunst im Sensoria wird erlebbar. An ausgewählten Sommerabenden tritt künstlerisches Arbeiten in einen Dialog mit der Kulinarik. Künstlerinnen und Künstler sind präsent, Gespräche entstehen, und Gäste erleben die Werke in einem intimen und sinnlichen Rahmen. Inspiriert von der Philosophie des Ikebana werden Speisen und florale Elemente als Einheit gedacht — als fein abgestimmtes Zusammenspiel von Natur, Form und Wahrnehmung. Es entstehen Momente, in denen Kunst, Kulinarik und Atmosphäre ineinander übergehen.
Artists in Residence
Die Sensoria Art Residency ist aus einer zentralen Fragestellung entstanden: Wie kann Kunst unmittelbarer, zugänglicher und lebendiger erfahrbar werden?
Im Mittelpunkt steht die Verbindung. Ein Raum, in dem Künstlerinnen und Künstler und Gäste auf natürliche Weise zusammenfinden — ohne Distanz, ohne Inszenierung. Während der Sommermonate leben und arbeiten ausgewählte Künstler im Sensoria. Ihr Prozess wird sichtbar, nicht als fertiges Ergebnis, sondern als etwas, das sich entwickelt. Gäste erhalten Einblicke, erleben den Entstehungsprozess und treten in einen direkten Austausch mit den Künstlern. Die Residency schafft eine besondere Form der Begegnung — und bildet die Grundlage für langfristige künstlerische Beziehungen.
Sensoria Art Residency: Soichiro Kanai
Soichiro Kanai ist ein japanischer Gegenwartskünstler, dessen Arbeiten das Verhältnis von Zeit, Material und Raum erforschen. Mit Materialien wie Bienenwachs, Tusche, gealtertem Holz und Erde entwickelt er Oberflächen durch wiederholte Gesten des Auftragens, Gießens und Schichtens. Seine Arbeiten entstehen im Dialog mit dem Material — geprägt von Ruhe, Wiederholung und Transformation. Nach einer intensiven Phase als Leistungssportler wandte er sich erneut dem Zeichnen zu, als Möglichkeit, eine Verbindung zu sich selbst wiederzufinden. Dieser Moment prägt seine Arbeit bis heute. Mit Materialien wie Bienenwachs, Tusche, gealtertem Holz und Erde entwickelt Kanai Oberflächen durch wiederholte Gesten des Auftragens, Gießens und Schichtens.
Seine Arbeiten entstehen nicht aus dem Streben nach Perfektion, sondern aus einem fortlaufenden Dialog mit dem Material selbst. Was seine Praxis auszeichnet, ist eine stille Aufmerksamkeit. Durch Wiederholung, Innehalten und das bewusste Zulassen entstehen Spannungsfelder zwischen Bewegung und Ruhe, die sich in die Oberfläche einschreiben. Ordnung entsteht dabei nicht durch Kontrolle, sondern durch ein temporäres Gleichgewicht zwischen Material und Körper. Im Zentrum seiner Arbeit steht Zeit, nicht als lineares Konzept, sondern als etwas, das sich verdichtet, verändert und Spuren hinterlässt. Indem er mit organischen und sich wandelnden Materialien arbeitet, werden Prozesse wie Alterung, Erosion und Transformation selbst Teil des Werkes. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen Gegensätzen wie Natur und Eingriff, Dauer und Vergänglichkeit, Präsenz und Verschwinden und eröffnen einen Raum, in dem die Grenzen zwischen Zeit, Erinnerung und Raum neu wahrgenommen werden können.
Ausstellungen umfassen unter anderem Dialogue of Silence and Time (Seizan Gallery Tokyo, 2025), Upstairs (Moosey, UK, 2024) und Ooi (Crowd) (DDDART, 2023).
Sensoria Art Residency: Caroline Comploi
Caroline Comploi ist eine zeitgenössische Künstlerin, deren Arbeiten sich im Spannungsfeld von Landschaft, Erinnerung und Wahrnehmung entfalten. Geboren 1999 in Südtirol und aufgewachsen im Grödnertal, ist ihre Praxis eng mit der Landschaft der Dolomiten verbunden. Sie versteht Natur nicht als Kulisse, sondern als lebendiges, zusammenhängendes System. In Malerei und Zeichnung entwickelt sie Bildräume, die zwischen Abstraktion und Landschaft oszillieren. Ihre Arbeiten erinnern an sich verändernde Terrains, in denen Formen ineinander übergehen und Grenzen bewusst offen bleiben. Anstatt Natur abzubilden, sucht sie deren Wesen zu erfassen. Licht, Bewegung und subtile Transformation werden zu zentralen Elementen, die flüchtige Zustände sichtbar machen.
Ihre Bildsprache ist geprägt von ihrem ladinischen Hintergrund sowie von einer erweiterten Perspektive auf Wahrnehmung, in der Mensch, Tier und Umwelt als Teil eines zusammenhängenden Ganzen verstanden werden. Diese Haltung verleiht ihren Arbeiten eine stille Tiefe. Sie bewegen sich zwischen Beobachtung und Intuition, zwischen äußerer Landschaft und innerem Bildraum. In ihren Arbeiten ist Zeit kein linearer Verlauf. Oberflächen scheinen sich zu entwickeln, zu verschieben und neu zu ordnen und laden dazu ein, langsamer zu sehen und bewusster wahrzunehmen. Sie studierte Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Venedig, wo sie Bachelor und Master absolvierte und ihre künstlerische Sprache im zeitgenössischen Kontext weiterentwickelte. Caroline Comploi lebt und arbeitet im Grödnertal, wo ihre Praxis in engem Dialog mit Landschaft, Material und Ort fortwährend wächst.
Art Experiences
Kunst im Sensoria kann auch selbst erlebt werden. In kuratierten Formaten werden Gäste eingeladen, ihre eigene Kreativität zu entdecken — durch Atelierbesuche, Zeichenformate, Keramik, Handwerk und Techniken wie Suminagashi. Es geht nicht um das Erlernen, sondern um das Erleben.
Um das bewusste Innehalten und den Dialog mit Material und Prozess.
Sensoria Art Christmas Charity
Die Sensoria Art Christmas Charity führt den künstlerischen Dialog in die Wintermonate weiter. In einem intimen Rahmen werden ausgewählte Werke präsentiert und versteigert. Der definierte Ausgangspreis kommt vollständig den Künstlerinnen und Künstlern zugute, während ein Mehrerlös einem gemeinnützigen Zweck gewidmet wird. So verbindet sich künstlerische Präsenz mit gesellschaftlicher Verantwortung.
Die Sensoria Art Edition
ist kein abgeschlossenes Konzept.
Sie entfaltet sich leise im Laufe der Zeit, getragen von Begegnungen, von geteilten Erfahrungen und vom fortwährenden Dialog zwischen Kunst, Raum und Mensch.
Sie steht für ein Verständnis von Gastlichkeit, das über das Sichtbare hinausgeht. Es ist ein Zusammenspiel von Wahrnehmung, Atmosphäre und Beziehung, in dem etwas entstehen kann, das berührt, inspiriert und nachwirkt.


Stimmungsvolle Abende, an denen Kunst und Musik eine sinnliche Verbindung eingehen und besondere Momente schaffen.



Bei kuratierten Rundgängen durch das Haus entdecken Sie die Werke, begleitet von Einblicken in ihre Gedanken- und Gefühlswelt.



Persönliche Begegnungen mit den Künstlern, ein direkter Einblick in deren kreative Prozesse – nahbar, unverfälscht, berührend.
Auf Wunsch buchbar



Exklusive kulinarische Erlebnisse als multidisziplinäre Komposition. Kunst und Kulinarik begegnen sich in einem stillen Dialog und schaffen intime, sinnliche Momente.
Inspiriert von der Philosophie des Ikebana verschmelzen Speisen und florale Elemente zu einem fein abgestimmten Zusammenspiel von Natur, Form und Wahrnehmung.

It is a place to become aware.
Materialität und Metamorphose
Die Grundlage der Sensoria Art Edition wurde von zwei künstlerischen Positionen geprägt, deren Arbeiten einen prägenden Dialog zwischen Skulptur, Raum und Wahrnehmung eröffnet haben: Aron Demetz und Peter Senoner.
In der zeitgenössischen Skulptur entfalten beide eigenständige und zugleich sich ergänzende Perspektiven auf die menschliche Figur und ihre Transformation innerhalb eines Spannungsfeldes von Natur, Technologie und Identität. Verwurzelt in der reichen Bildhauertradition Südtirols lösen sie sich bewusst von den Grenzen des klassischen Handwerks und führen dieses in eine zeitgenössische, offene Formensprache über — eine Sprache, die neue narrative und ästhetische Räume entstehen lässt.
Aron Demetz – Transformation und Vergänglichkeit
Aron Demetz (*1972 in Sterzing, Südtirol) zählt zu den markantesten Stimmen der zeitgenössischen Skulptur. In St. Ulrich im Grödnertal verwurzelt, verbindet er seine tiefe Kenntnis traditioneller Holzschnitzkunst mit einem experimentellen Umgang mit Material und Form. Nach seiner Ausbildung an der Kunstschule in Wolkenstein studierte er Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg bei Prof. Christian Höpfner.
Demetz geht es nicht nur um Form, sondern um Transformation – physisch wie inhaltlich. Seine Figuren sind Projektionsflächen für Fragen nach Verletzlichkeit, Zeit und dem menschlichen Eingreifen in natürliche Prozesse. In seinen Werken kommen organische Materialien wie Holz mit Harz, Gips oder Bronze in Berührung, oft verändert durch Verbrennung, Oxidation oder Pilzbefall – Prozesse, die Demetz nicht kontrolliert, sondern begleitet. Der Werkprozess wird so selbst zum Teil des Ausdrucks.
Der internationale Durchbruch gelang ihm 2009 mit der Teilnahme an der 53. Biennale von Venedig. Seine Skulpturen sind heute in renommierten Museen und Sammlungen zu finden, etwa im Arp Museum Bahnhof Rolandseck, im Museo Omero in Ancona oder im Beelden aan Zee in Den Haag. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit war er Professor für Bildhauerei an den Akademien in Carrara und Venedig und leitet seit 2018 die Summeracademy Gardena in St. Ulrich.
Peter Senoner – Hybridität und digitale Imagination
Peter Senoner (*1970 in Bozen, Südtirol) entwickelt ein künstlerisches Vokabular an der Schnittstelle zwischen Körper, Technik und digitaler Imagination. Der in Klausen lebende Künstler studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Prof. Asta Gröting. Zahlreiche internationale Atelieraufenthalte – unter anderem in New York, Tokio, Wien, Berlin und Detroit – prägten seinen globalen Blick und seine ästhetische Sprache.
Senoner entwirft Skulpturen und Zeichnungen, die posthumane Körperwelten erforschen. Seine hybriden Gestalten – teils Mensch, teils Maschine, teils Wesen aus einem noch unbekannten Kosmos – stellen Fragen nach Identität, Geschlecht, Reproduktion und Erinnerung. Dabei kombiniert er traditionelle Materialien wie Holz und Bronze mit digitalen Techniken wie 3D-Scanning und CNC-Fräsen. Die daraus entstehenden Formen sind gleichermaßen fremd und vertraut – sie irritieren, faszinieren und fordern zur Auseinandersetzung heraus.
Ausstellungen in Institutionen wie der Kunsthalle Wien, dem Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, dem Lentos Kunstmuseum Linz oder dem Haus der Kunst in München belegen seine künstlerische Relevanz. In seiner Rolle als Lehrender war er an Hochschulen in Tokio, Innsbruck, Rosenheim und Bozen tätig und beeinflusst dort den Diskurs zur Zukunft von Körper und Raum wesentlich.
















